{"id":2937,"date":"2017-10-31T17:08:29","date_gmt":"2017-10-31T15:08:29","guid":{"rendered":"http:\/\/hmedia.de\/photo\/?p=2937"},"modified":"2019-03-05T16:55:58","modified_gmt":"2019-03-05T14:55:58","slug":"erklaerbaer-nr-3-schaerfentiefe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hmedia.de\/photo\/erklaerbaer-nr-3-schaerfentiefe\/","title":{"rendered":"Erkl\u00e4rb\u00e4r Nr 3 &#8211; Sch\u00e4rfentiefe"},"content":{"rendered":"<h2>Sch\u00e4rfentiefe oder Tiefensch\u00e4rfe<\/h2>\n<p>Hm, erstmal denke ich, dass jeder Fotograf beide Begriffe versteht und dem gleichen Ph\u00e4nomen zuordnet. Damit k\u00f6nnten wir es eigentlich gut sein lassen. F\u00fcr einen echten Klugschei\u00dfer reicht mir aber so eine lakonische Antwort nicht. Nehmen wir die W\u00f6rter also mal nach ihrem Sinn auseinander:<\/p>\n<p>Geht es um die Tiefe der Sch\u00e4rfe oder die Sch\u00e4rfe der Tiefe? Das Ganze soll ja nicht beschreiben, wie scharf die Tiefe ist, sondern wie tief die Sch\u00e4rfe reicht. Das erste beschreibt den Sachverhalt offenbar eindeutig besser, also ist Sch\u00e4rfentiefe wohl der richtige Begriff. Im Englischen hei\u00dft es \u00fcbrigens depth of field (DOF), falls einem die Abk\u00fcrzung mal in einem Text \u00fcber den Weg l\u00e4uft.<\/p>\n<p>Sch\u00e4rfentiefe also. Und was ist das nun?<\/p>\n<h2>Bedeutung<\/h2>\n<p>Ich habs ja schon erw\u00e4hnt: Man will damit beschreiben, wie weit die Sch\u00e4rfe vor und hinter der Fokusebene reicht. Auch wenn heutzutage die meisten Fotografen digital arbeiten, sind nicht alle Werte entweder an oder aus. Auch die Sch\u00e4rfe ist es nicht. Nicht nur die eine Ebene (je nach Objektiv eher Sph\u00e4re) wird als sharf empfunden, die ich im Fokus habe, sondern ein gewisser Bereich davor und dahinter.<\/p>\n<p>Das Spannende dabei ist, dass dieser Bereich nicht fix ist. Er h\u00e4ngt ab von<\/p>\n<ul>\n<li>Brennweite &#8211; Je gr\u00f6\u00dfer die Brennweite, desto kleiner. Deswegen hat man im Telefoto meistens einen verschwommenen Hintergrund, im Weitwinkel aber eher nicht.<\/li>\n<li>gew\u00e4hlter Blende &#8211; Je gr\u00f6\u00dfer die Blende (kleine Blendenzahl), desto kleiner. Als Portraitfotograf braucht man die gro\u00dfe Blenden\u00f6ffnung nicht wegen dem vielen Licht (das macht man sich im Zweifel mit Lampe oder Blitz), sondern f\u00fcr die tolle Unsch\u00e4rfe im Hintergrund.<\/li>\n<li>Abstand vom Objektiv &#8211; Je n\u00e4her dran, desto kleiner. Deswegen brauchen Makrofotografen eine ruhige Hand. Sonst sitzt die Sch\u00e4rfe mal schnell auf dem Hinterleib der Libelle und nicht auf dem Kopf &#8211; zum Beispiel.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ach so, der Bereich, von dem ich hier rede, ist nat\u00fcrlich die Sch\u00e4rfentiefe.<\/p>\n<h2>Warum gibt es \u00fcberhaupt Unsch\u00e4rfe?<\/h2>\n<p>Die Sch\u00e4rfentiefe oder vielmehr die Unsch\u00e4rfe entsteht, weil auf einen Bildpunkt im Sensor Lichtstrahlen treffen, die \u00fcber den gesamten Querschnitt des Objektivs verteilt sind und dabei durch die Blende begrenzt sind. Wenn ein Objektpunkt au\u00dferhalb der Sch\u00e4rfeebene liegt, laufen die Strahlen von diesem Objektpunkt hinter der Blende als Kegel weiter. Auf dem Sensor wird dann kein Punkt abgebildet, sondern ein Kreis. Dieser Kreis hei\u00dft Zerstreuungskreis. Je weiter der Objektpunkt von der Sch\u00e4rfeebene entfernt ist, desto gr\u00f6\u00dfer der Kreis. Je gr\u00f6\u00dfer das Verh\u00e4ltnis Brennweite\/Blenden\u00f6ffnung, desto gr\u00f6\u00dfer der Zerstreuungskreis. Das f\u00fchrt zu den oben geschilderten Abh\u00e4ngigkeiten.<\/p>\n<h2>Anwendung<\/h2>\n<p>Bei jeder Aufnahme habe ich eine Sch\u00e4rfentiefe. Wovon sie abh\u00e4ngt, habe ich oben dargelegt. Anwendung meint hier also eher die geschickte Wahl der Parameter, um das (und nur das) Hauptmotiv scharf im Bild zu haben.<\/p>\n<p>Wenn man die drei Punkte oben mal zusammenfasst, dann habe ich die gr\u00f6\u00dfte Sch\u00e4rfentiefe bei einem Weitwinkel mit geschlossener Blende und einem Objekt, das weit weg steht. Noch Fragen, warum Sch\u00e4rfe bei Landschaftsfotografie meistens kein Problem ist? \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Auch Mobiltelefone fotografieren meistens weitwinklig und haben damit eine gro\u00dfe Sch\u00e4rfentiefe. Fr\u00fcher hatten die meisten Handy-Kameras sogar Fixfokus &#8211; das hei\u00dft, alles im Bild war scharf.<\/p>\n<p>Der Parameter, den man recht einfach \u00e4ndern kann, ist die Blende. Will ich einen gr\u00f6\u00dferen Bereich scharf abbilden, reicht einfaches Abblenden. Umgekehrt kann ich mit dem \u00d6ffnen der Blende mein Hauptmotiv wirkungsvoll vom Hintergrund abheben. Dazu muss aber das Objektiv hinreichend lichtstark sein.<\/p>\n<p>Ein Thema, das bei gewollter Unsch\u00e4rfe immer mit diskutiert wird, ist das Bokeh. Aber das ist eine andere Geschichte &#8211; f\u00fcr einen eigenen Erkl\u00e4rb\u00e4r \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sch\u00e4rfentiefe oder Tiefensch\u00e4rfe Hm, erstmal denke ich, dass jeder Fotograf beide Begriffe versteht und dem gleichen Ph\u00e4nomen zuordnet. Damit k\u00f6nnten wir es eigentlich gut sein lassen. F\u00fcr einen echten Klugschei\u00dfer reicht mir aber so eine lakonische Antwort nicht. Nehmen wir die W\u00f6rter also mal nach ihrem Sinn auseinander: Geht es um die Tiefe der Sch\u00e4rfe [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_genesis_hide_title":false,"_genesis_hide_breadcrumbs":false,"_genesis_hide_singular_image":false,"_genesis_hide_footer_widgets":false,"_genesis_custom_body_class":"","_genesis_custom_post_class":"","_genesis_layout":"","ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[42],"tags":[],"class_list":["post-2937","post","type-post","status-publish","format-standard","category-tutorials","entry"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hmedia.de\/photo\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2937","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hmedia.de\/photo\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hmedia.de\/photo\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hmedia.de\/photo\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hmedia.de\/photo\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2937"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/hmedia.de\/photo\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2937\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4153,"href":"https:\/\/hmedia.de\/photo\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2937\/revisions\/4153"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hmedia.de\/photo\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2937"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hmedia.de\/photo\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2937"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hmedia.de\/photo\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2937"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}